Kavitation ist die häufigste Ursache für unerklärlich kurze Standzeiten. Sie kündigt sich akustisch an, lange bevor sichtbare Schäden entstehen – wer das Geräusch kennt, kann früh eingreifen und teure Folgeschäden an Ventilen, Plungern und Dichtungen vermeiden.
Die Ursache liegt fast immer auf der Saugseite. Wie ein Zulauf beschaffen sein muss, damit Kavitation gar nicht erst entsteht, beschreibt der Artikel Installation und Systemdesign.
Was ist Kavitation?
Kavitation entsteht, wenn sich die Pumpenkammer beim Saughub nicht vollständig füllt. Im entstehenden Unterdruck verdampft ein Teil des Wassers – aus einem Liter Wasser werden etwa 1.600 Liter Dampf. Beim Druckhub werden diese Dampfblasen schlagartig wieder verflüssigt; die dabei entstehenden Implosionen beschädigen Ventile, Ventilsitze und Plungeroberflächen.
Woran erkenne ich Kavitation?
Typische Anzeichen sind ein raues, klopfendes oder mahlendes Laufgeräusch, schwankender Druck und erhöhte Pulsation. Bei der Inspektion zeigt sich Lochfraß (Pitting) auf Ventilen, Ventilsitzen und Plungern. Kavitationsschäden zerstören in der Folge auch die Dichtungen.
Wie verhindere ich Kavitation?
Drei Faktoren sind entscheidend. Erstens die Medientemperatur: Temperaturgrenzen des Datenblatts einhalten und bei heißem Wasser den Zulauf unter Druck setzen. Zweitens die Drehzahl: die Nenndrehzahl nie überschreiten, im Zweifel langsamer fahren. Drittens der Einlassdruck: ausreichende, groß dimensionierte Zulaufleitung, kurzer Leitungsweg, saubere Filter und bei Bedarf eine Vordruckpumpe oder ein Inlet-Stabilizer. Wichtig: Der Zulaufdruck im fließenden Betrieb ist immer niedriger als im Stillstand.